Einhundert Bäume für den Ahornpark Zug

Kategorie
Studienauftrag
Auftraggeber/in
Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG, Pensionskasse der Stadt Zug, Stadt Zug Immobilien
Architektur
BHSF Architekten
Landschaftsarchitekt
Klötzli Friedli Landschaftsarchitekten

Im Rahmen eines Studienauftrags wurde BHSF beauftragt, für das Geviert Ahornpark in Zug ein städtebauliches Gesamtkonzept zu entwickeln.

In Kontrast und Ergänzung zur sich schnell verändernden Umgebung verstehen wir den Ahornpark als einen Ort des langsamen und behutsamen Wachstums. Im Ahornpark ist der Weg das Ziel, auf der Ebene des Städtebaus, der Landschaft, der Architektur und der Nutzung.

Angesichts des Bachlaufs und des vorhandenen Baumbestands hat der Stadtbaustein Ahornpark bereits eine sehr gute Ausgangslage für eine nachhaltige und wertsteigernde Entwicklung. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie sich die Identität des Areals über einen sehr langen Zeitraum plausibel entwickeln kann. Diese beiden Aspekte führen wir in unserem Konzept für das Geviert Ahornpark zusammen. Wir begreifen die schrittweise Entwicklung als Möglichkeit, um die städtebauliche Entwicklung vom ebenfalls langsam, aber bedacht wachsenden Baum her zu denken.

Bedingt durch die historische Entwicklung des Perimeters ist bis heute eine starke Nord-Süd-Richtung der Gebäude ablesbar. Nur entlang des Bachs wurde in die zweite Reihe gebaut, sonst orientieren sich alle Gebäude an den Strassen. Durch unterschiedliche Eigentümer und Entwicklungsabsichten entstanden Gebäude aus verschiedenen Jahrzehnten auf dem Areal, die ihre Form und Ausdruck bedingt durch ihre Lage erhalten haben. Diese Logik und daraus entstehende Homogenität möchten wir beibehalten.

Herzstück des zukünftigen Parks ist der bestehende Flusslauf mit seinem Bewuchs, sowie das städtische Grundstück der Feuerwehr und des Gewerbehofes, die zusammen einen bedeutenden Anteil des Ahornparks ausmachen. Hier werden von Anfang an grüne Akzente gesetzt, die den zukünftigen Zustand antizipieren und überhaupt erst einen annehmbaren Park mit grossen Bäumen in 20 oder 30 Jahren möglich machen.

Auch stadtgestalterisch wirkt das Thema des natürlichen Wachstums als Motiv, um die bestehende und die zukünftigen Zustände der nächsten 30 Jahre miteinander zu verbinden: Als Ausgangspunkt dient uns der bestehende Flusslauf, der als eine Art Wurzelstrang begriffen wird, der sich nach und nach in die Umgebung ausbreitet. Mit immer kleineren Verästelungen und mit immer mehr Kraft durchdringt dieser grüne Strang nach und nach das Geviert Ahornpark, und wächst teilweise die Fassaden als Fassadenbegrünung empor. Dies beeinflusst die Wegeführung, die Führung von Versickerungselementen, und die Art und Weise wie gepflanzt wird. Die einzelnen Baufelder werden dabei umwachsen und können so ihre Eigenständigkeit und Individualität erhalten. Somit ist auf dem ganzen Areal eine Idee vorhanden, aber gleichzeitig eine hohe Autonomie der Grundeigentümer möglich.