Beispiel Güterstrasse 8: Das Instrument BIM und die Arbeit am Modell

Das Projekt der Umnutzung und Aufstockung Güterstrasse 8 in Bern zeichnet sich durch eine ausserordentliche räumliche Komplexität bei einem grossen Gesamtvolumen aus. Daher kommt hier die modellbasierte Planung und Produktion auf verschiedenen Ebenen produktiv zum Einsatz. Angefangen vom digitalisierten Aufnahmemodell des Bestandes bis hin zu Werkplänen, die direkt aus dem Modell generiert werden, finden wir in diesem Projekt viele Einsatzmöglichkeiten für die digitalen Instrumente.

Die Planung des komplexen Umbauprojektes basiert auf einem präzisen Aufnahmemodell (point-cloud), das in ein strukturiertes Gebäudemodell in ArchiCad übersetzt wurde. Dieses Gebäudemodell ist das Referenzmodell für die Fachplaner Gebäudetechnik und Holzbau. So erstellt der Holzbauer, der für die hinterlüftete Welleternitfassade und die dreigeschossige Aufstockung als Holzbau verantwortlich ist, seine Planung auf der Basis des Architekturmodells, das ihm von uns als IFC-Datei übermittelt wurde.

Das digitale Gebäudemodell unterstützt das Verständnis aller Beteiligten des Umbauvorhabens massgeblich und hilft bei der Kommunikation mit der Bauherrschaft und anderen Stakeholdern. Nicht zuletzt erweist sich das Gebäudemodell aber auch im stets parallel laufenden Entwurfsprozess als ideale Ergänzung zu den gewohnten Werkzeugen um räumlich komplexe Situationen oder Materialisierungsvarianten zu überprüfen.

Wichtige Schritte beim Projekt Güterstrasse (Illustrationen rechts):

1. und 2. Die Koordination zwischen Fachplanern und Unternehmern erfolgt über die IFC Schnittstelle. Anpassungen werden per BCF vermittelt.

3. Für die Produktion generieren wir Werkpläne und Massenauszüge für Submission und Kontrollen direkt aus dem Modell. In der Detailplanung helfen z.B. Schattenstudien dabei die sinnvollste Art des Sonnenschutz und den optimalen Ausstellwinkel bei überhohen Geschossen zu bestimmen.

4. Zum Beispiel konnte das sehr exakte Modell herbeigezogen werden, um zu bestimmen, wo die Kote von Ausgleichschichten auf der unebenen Bestandsdecke optimal gesetzt werden muss, damit nicht unnötig viel Material verwendet wird.

5. Detaillierte Gebäudeschnitte erklären Raumbezüge und liefern für alle Beteiligten einfach nachvollziehbare Informationen zu konstruktiven Zusammenhängen.

6. und 7. Überprüfungen gestalterischer Ideen sind jederzeit möglich. Das Modell vereinfacht die Verständigung unter allen Projektbeteiligten. Die hohe Präzision schafft Vertrauen und lässt es zu, dass Themen effektiv diskutiert werden können.